Kleiner Rückblick … 3 Monate mit meinem Schlauchmagen

Liebe Leserinnen und Leser,

ja, es ist schon soweit … heute auf den Tage genau bin ich 3 Monate operiert und habe einen Schlauchmagen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich diese Entscheidung auf keinen Fall bereut habe, sondern könnte mir eher in den A… beißen, dass ich diesen Weg nicht schon viel früher eingeschlagen habe. Aber nun gut, was nicht ist das ist nicht und ich mache das beste aus der Situation.

Viele Leute können sich das gar nicht vorstellen, was ich mit mir habe anstellen lassen …

Im Prinzip ist es ganz einfach: Ich habe jetzt nur noch ein Magenvolumen von etwa 10% von meinem ursprünglichen Magen. Das heißt, es sind jetzt ca. 150ml. Natürlich dehnt sich der Magen auch mit der Zeit, aber wenn man schlau ist, und ich hoffe ich bin es 🙂 versucht man den Magen so lange wie möglich bei der Ausgangsgröße zu lassen um natürlich so viel wie möglich abzunehmen. Dies ist eigentlich Recht einfach … keine Getränke mit Kohlensäure, gut kauen und auf seinen Magen hören !!! Das ist mit das wichtigste. Man bekommt immer wieder von anderen, sei es Ernährungsberatern oder auch Mitoperierten gesagt, dass man nur so und so viel essen sollte … naja, ich war schon immer etwas anders und habe andere Gedanken als andere …

Ich höre ganz einfach auf meinen „Max“, wie ich meinen Schlauchmagen genannt habe. Und dieser meldet sich definitiv wenn es reicht. Dies wird mir jeder, der schon eine bariatrische Operation genossen hat, egal ob Schlauchmagen, Magenbypass, BPD und was es da sonst noch gibt bestätigen. Wenn man zu viel ist, ist einem entweder ewig übel oder man lässt sich alles nochmal durch den Kopf gehen 😉

Mittlerweile habe ich nach den 3 Monaten auch schon so meine Erfahrungen gemacht, was meinem Max gut tut und was nicht, genauso wie bei den Mengen … Ich brauche z.B. keine 2 Steaks braten, wenn ich eh nicht mal 1 schaffe 🙂

Viele, sei es Arbeitskollegen oder Freunde fragen mich: „Robert, was isst du denn nun eigentlich ?“
Ich esse eigentlich alles … es gibt Dinge, die will entweder mein Max nicht oder ich will sie nicht, weil ich darauf einfach keinen Appetit habe.
Hier mal ein Beispiel: Ich habe früher z.B. sehr gerne mal ein Schweinesteak vom Grill gegessen … heute sieht das anders aus … Ich nehme dann lieber Pute oder Rind.
Es ist nicht so, dass ich es nicht vertrage, sondern es schmeckt mir einfach nicht so … deswegen wenn ich eine Alternative habe, dann lieber Pute oder Rind.

Natürlich hat sich auch in den letzten 3 Monaten dementsprechend das Einkaufsverhalten geändert … ich mache keine Großeinkäufe für ne ganze Woche mehr, sondern kaufe nur für 1 oder 2 Tage ein, denn ich esse nur das, worauf ich Lust habe … und hey … ich weiß doch nicht, wenn heute Freitag ist, auf was ich die nächste Woche Donnerstag Lust habe 🙂
Das mag zwar etwas umständlich sein und vielleicht auch vergleichsweise teurer, weil man öfter ins Geschäft gehen muss, aber ich kann dann immer das essen, worauf ich Lust habe und das ist es doch was zählt. Es bringt doch nichts wenn ich mir irgendwas zusammenkoche, worauf ich eh keine Lust habe.

Von einigen werde ich noch gefragt ob mir das essen an sich wichtig ist. Ich sage definitiv JA, aber nun kann ich auch rein finanziell auch drauf achten was ich esse, da ja recht wenig rein geht. Da ich früher wesentlich mehr Menge benötigte um satt zu werden, falls man das so nennen konnte, bin ich nie zum Metzger gegangen weil ich es mir nicht leisten konnte … Nun bin ich beim Metzger meines Vertrauens Stammgast und er schaut auch nicht mehr doof aus der Wäsche, wenn ich z.B. 100 Gramm Rindergulasch bei ihm kaufe, oder auch mal 1 Putensteak oder was auch immer 🙂

So, nun mal zur Gefühlsseite 🙂 Also … es ist Wahnsinn was man mit ein paar Kilos weniger nach 3 Monaten alles machen kann bzw. viel einfacher machen kann als vor der OP. Nur ein Beispiel: Vor der OP ging das Ding von wegen setz dich mal in den Schneidersitz auf keinen Fall und wenn dann auf keinen Fall ohne Schmerzen … heute, nach 3 Monaten, in diesem Moment sitze ich im Schneidersitz vor dem Monitor und schreibe diesen Beitrag und siehe da, ich habe absolut keine Schmerzen *freu* *freu*
Natürlich funktioniert der komplette Bewegungsapparat viel einfacher, sei es aufstehen, bücken, in die Hocke gehen oder was auch immer geht viel einfacher als früher und das, wo ich ja eigentlich, wie ich es immer wieder sage, noch recht am Anfang bin. Vielleicht nicht von der kilomässigen Abnahme aber von der körperlichen Fitness.

Und das tut rein geistig sowas von gut, zu wissen das es funktioniert … genauso wie die zahlreichen Komplimente die man egal von wem bekommt … Diese Woche wurde ich z.B. von einem Nachbarn angesprochen und er meinte auch ich hätte ja toll abgenommen und er meinte nur: „Machen Sie weiter so“. Man bedenke, dass wir uns nur ein paar mal im Treppenhaus gesehen haben 😉

Diese Woche hatte ich mein erstes Follow-UP … im Prinzip wie eine Nachkontrolle ob noch alles ok ist, und der Doc ist sehr zufrieden mit meinem Max und mir 😉 keine Gallensteine, die Gewichtsabnahme funktioniert auch super und ich würde richtig gut aussehen … das geht wieder runter wie Öl 🙂 Des weiteren wurde mir auch Blut abgezapft, aber die Ergebnisse bekomme ich erst in 14 Tagen, da der Doc zwischenzeitlich in Urlaub ist.

Krankheitstechnisch gibt es auch was zu berichten. Vor der OP hatte ich beginnende Diabetes und einen astronomischen Blutdruck … nun ist der Diabetes erstmal vom Tisch und die Tabletten gegen den Bluthochdruck konnte ich halbieren, da dieser sonst tierisch in den Keller gefallen ist 🙂 Ja, ich weiß, Diabetes kann immer wieder kommen … aber erstmal habe ich Ruhe davon 😉

Nun gehts aber nun darum was euch doch auch interessiert (Zahlen und Fakten):

Gewicht: 158,4 kg
Gewichtsverlust seid 01.05.2014: -40,6 kg
Bundumfang: 143 cm
Verlust am Bundumfang seid 01.05.2014: -43 cm

Im Moment habe ich einen gewichtstechnischen Stillstand seid ca. 1 Woche, aber das ist völlig normal, bescheinigte mir auch der Doc bei dem Follow-UP und deswegen mache ich mir erstmal keine Sorgen, außerdem habe ich noch das ein oder andere Ass im Ärmel 😉

Nun zu dem auf das ihr schon alle gewartet habt … Fotos 😉

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle, die mich bei meiner Abnahme unterstützen, sei es Familie, Freunde, Arbeitskollegen. Natürlich gilt mein Dank auch an das Team des Krankenhauses Sachsenhausen für die tolle Arbeit die sie geleistet haben. Des weiteren möchte ich mich auch bei Doktor Winkler für das tolle Follow-Up bedanken. Nicht jeder Arzt nimmt sich für seinen Patienten die Zeit und nimmt selbst Blut ab 😉

So, nun soll es das erstmal für heute gewesen sein 🙂 Falls ihr Fragen habt, könnt ihr sie mir gerne in Facebook stellen. Hier der Link auf mein Profil.