Zum Glück zwingen ??? Ja, manchmal :)

Wie Christine schon erwähnt hat, musste meine XJ6 „Gisela“ am 1. September 2016 in die Werkstatt. Auf dem Plan stand die 10.000 km Inspektion, sowie neue Reifen und da es nicht mehr lange zur Fälligkeit wäre … der Wechsel der Bremsflüssigkeit.

Gesagt, getan. Also Gisela am 01.09. ins Motorradcenter Darmstadt gebracht und nachdem Christine einige Überzeugungsarbeit geleistet hat, Molly mitgenommen.

Wer oder was ist eigentlich Molly ???

Molly ist eine Yamaha FJR 1300 und ein ausgewachsener Tourer des Japanischen Motorradherstellers.

Zuerst die technischen Daten der Dame 🙂

Technische Daten Yamaha FJR 1300 A (RP23)
Zylinderzahl, Bauart 4, Reihenmotor
Hubraum 1298 ccm
Ventile pro Zylinder 4
Leistung 146,2 PS bei 8000 U/min.
Max. Drehmoment 138 Nm bei 7000 U/min.
Getriebe 5-Gang
Sekundärantriebsart Kardan
Gewicht, fahrfertig und vollgetankt ca. 290 kg
Tankinhalt 25 Liter (4 Liter Reserve)
Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h

Wie man an den technischen Daten erkennen kann, hat Molly ihren Namen zurecht bekommen, da sie nicht wirklich ein Leichtgewicht ist. Anfangs war ich doch mit dem Gewicht gerade beim rangieren etwas überrascht, aber sobald das knapp 300 kg schwere Gefährt ins „rollen“ gekommen ist, ist von dem Gewicht nicht mehr wirklich was zu merken.

Da es am Donnerstag schon recht spät war, sind Christine und ich nur eine kleine Runde zum Fährstübchen an den Kornsand gefahren um unseren Flüssigkeitshaushalt wieder auf Normallevel zu bekommen 😉 Da dies auch ein kleiner aber sehr feiner Motorradtreffpunkt ist, hier mal der Link zu der Facebook-Seite.

Freitag Nachmittag brachte ich dann Christine zu einem Termin nach Darmstadt und hatte dann ca. 2 Stunden Zeit um Molly auch im Singlebetrieb auf Herz und Nieren zu testen 🙂

Der Weg führte mich von Darmstadt Richtung Odenwald. Somit war alles dabei, Stadtverkehr, Bundesstraße, Kurven und baulich begrenzte Bundesstraßen.

Auf der etwa 100 km langen Runde ist mir das ein oder andere aufgefallen …

Man sollte sich nicht unbedingt von dem Datenblatt beeinflussen lassen. Zwar hat Molly ein stolzes Gewicht, dennoch lässt sie sich sehr ruhig und sanftmütig bewegen. Gerade wenn man den „Tour-Modus“ benutzt merkt man, dass man zwar immer genügend Leistung hat, aber diese einen nie überfordert. Im „Sport-Modus“ hingegen reagiert das Gas und auch der Motor deutlich giftiger … Zwar ist sie kein Supersportler, aber man merkt den Unterschied doch deutlich.

Die Sitzposition ist sehr angenehm und man fühlt sich als ob man in einem Sessel sitzt, wobei ich persönlich die Sitzbank etwas aufgepolstert bzw. die Fußrastenanlage ein oder zwei Zentimeter nach unten versetzt hätte.

Was mich allerdings schon auf den ersten Metern überrascht hat, ist das „Molly“ nur ein 5-Gang Getriebe hat, wobei ich dachte, dass gerade bei Motorrädern schon länger das 6-Gang Getriebe normal sei. Der 5te Gang ist schon sehr lang übersetzt und durch das schon früh anliegende Drehmoment kann man ohne Probleme in der Stadt mit 50 km/h zuckeln, aber auch ohne zu Schalten bis zur Höchstgeschwindigkeit von weit über 200 km/h raufbeschleunigen. Dies macht sich dann auch beim Verbrauch positiv bemerkbar. Zwar ist der Verbrauch beim Motorrad eher zweitrangig, aber man freut sich dennoch, wenn man nicht alle 100 km an die Tanke muss 😉

Nach dem Abschluss des Tests und dem volltanken kam dann ein Verbrauch von 5,1 Liter raus, was ich persönlich als absolut ok finde, für ein Motorrad mit über 140 PS und einem Kampfgewicht von etwa 300 kg. Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die meisten Kilometer mit Sozia gefahren wurden.

In die angebrachten Seitenkoffer passt, wie wir getestet haben ein kleiner Einkauf oder auch ein Integralhelm der Größe L mit angebrachten Interkom. Zu der angenehmen und umfangreichen Ausstattung zählte noch folgendes:

  • elektrisch verstellbares Windschild
  • Digitaler Tacho
  • Analoger Drehzahlmesser
  • Fahrmodi „Tour“ und „Sport“
  • Tempomat
  • ABS
  • Ganganzeige
  • Bordcomputer (Tripzähler, Gesamtkilometer, Restreichweite, Außentemperatur, Verbrauch, Motortemperatur)
  • Griffheizung
  • Seitenkoffer in Fahrzeugfarbe

Hier ein paar Fotos von Molly:

Fazit:

Zwar habe ich mich mit Händen und Füßen gegen „Molly“ gewehrt, allerdings muss ich nach diesem Test sagen, dass es gut war, dass sich Christine durchgesetzt hat und wir doch mal ein „anderes“ Motorrad getestet haben, denn alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, diesen Tourenbomber zu fahren.

Mittlerweile muss ich aber sagen: „Jederzeit wieder!“